Geschrieben von Jacqueline Kroll am 10.07.24 um 10:03 Uhr • Kommentare (0) • Artikel lesen
Vorbereitung ist die halbe Miete...
... oder erspart allen Beteiligten Stress. So haben wir am Vortag zum Schafschurtermin bereits alle noch zu scherenden Schafe aussortiert und zurück zu unserem Schäferhof gebracht. Dort stand heute ihr Termin für die diesjährige Schur an. Von unseren insgesamt 280 Tieren waren es so ziemlich genau 70, die diesen Termin wahrnehmen "mussten". Alle anderen Schafe haben bereits den Großteil ihrer Wolle selbstständig abgeworfen und die verbliebenen kleinen Wolltuffs werden wir mit der Handschur bei der nächsten Klauenpflege auch noch entfernen.
Nachdem alle zu scherenden Schafe sortiert, im Anhänger verladen und auf dem Schäferhof ausgeladen waren, wurde die Sortieranlage wieder abgebaut und direkt für die Schur auf dem Schäferhof wieder aufgebaut. Alles war vorbereitet unter unserem Lieblingsbaum - unserer Linde. Wir waren startklar für morgen.
Mit unserem "alt bewährten" Helferteam waren wir am nächsten Tag pünktlich 9 Uhr am Start. Es ist einfach toll, wenn man Menschen um sich hat, auf die man sich verlassen kann. Großartig und wir sagen immer wieder gern dafür DANKE.
Nun holten wir noch die Schafe von der Grünfläche rüber in die Scheranlage. Mit unseren Kelpies wie immer kein Problem...
...und los ging es.
Schon seit vielen Jahren kommt Stefanie Kauschus aus Harsleben für die Schafschur zu uns, die wie immer eine sehr schonende, schnelle und saubere Schur praktizierte. Die zum Teil 2-3 kg schweren Wollvliese sind in nur wenigen Sekunden (max Minuten) vom Schaf runter und diese haben dadurch nur minimal Stress.
Danach gab es vom weltbesten Kontrollteam noch die Behandlung gegen Außenparasiten und die Ohrmarkennummer wurde für den späteren Abgleich mit dem Bestandregister notiert. Dies ist wichtig, da auch jedes Jahr von allen weiblichen Schafen und Ziegen die kompletten Ohrmarkennummern für die Muttertierprämie an die Landwirtschaftskammer gemeldet werden muss. In diesem Jahr bekam das Team Unterstützung von unserem Kelpie Wyatt, der alles genau beobachtete. Nicht das irgendwas schief geht. Lach...
Mit nur sehr kurzen Unterbrechungen für z.Bsp. Gruppenwechsel kamen wir zügig voran und die Wartezeit der Schafe hielt sich dadurch in Grenzen. Bei über 30 Grad im Schatten war es aber unter unserer Linde sehr gut auszuhalten und der Wollberg wuchs und wuchs....

Am Ende sind es sicher wieder mind. 150 kg Rohwolle geworden. Nach getaner Arbeit der Schafschererin und unserem fleißigen Helferteam haben wir wieder mittags gemeinsam gespeist. Nun ging jeder seiner Wege und für uns hieß es -> aufteilen.
Einer von uns fuhr zu den anderen Schafgruppen für die tägliche Versorgung und Kontrolle und der Andere begann die Sortierung der Wolle auf Qualität. Ein Teil wurde für die Weiterarbeitung als Veggie-Fell gesichert, ein Teil für die Verarbeitung zum Filzen (Herstellung von Kardierwollstränge) und der Rest wird zu Düngepellets verarbeitet. Auch wenn dies wirtschaftlich betrachtet eher ein plus-minus-null Geschäft ist, ist es uns wichtig, diesen tollen Rohstoff Schafwolle wieder salonfähig zu machen. Leider ist in den vergangenen Jahrzehnten dieser nachwachsende Rohstoff durch die Chemieindustrie ziemlich in Vergessenheit geraden und wir hoffen, dass sich dies wieder ändert.
Am Ende des Tages waren alle Beteiligten zufrieden, glücklich und wir stolz. Wir freuen uns immer sehr, wenn alles reibungslos klappt, die Schafe minimal Stress haben, die Helfer und Schafschererin zufrieden sind und die Schafe wieder entspannt auf der Grünfläche grasen oder wiederkäuen.
Dann bis zum nächsten Mal.
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